Bob Dylan: Blood On The Tracks

28. August 2019 222241 0 Comments

UD1S 2-006

Bob Dylan – Blood On The Tracks- Ultradisc One-Step LP – UD1S 2-006
Fans und Kritiker vermuten, dass zwei Faktoren für den bitteren, bedauernden und zugleich friedvollen Ton des 1975 erschienenen Albums Blood On The Tracks verantwortlich sind. Nach den erfolgsverwöhnten Jahren stagnierte Dylans musikalische Entwicklung Anfang der 70er und er befand sich in einer kreativen Patt-Situation. In die gleiche Phase fiel die Krise seiner Ehe, die mit der Scheidung von seiner Frau Sara endete. Dylan selbst bestritt einen Zusammenhang, doch was auch immer der Grund dafür war: Melancholie, Frustration, Höhen und Tiefen, Traurigkeit und das Gefühl der Zurückweisung sind die Emotionen, die sich dem Hörer vermitteln. Rückblickend betrachtete Dylan Blood On The Tracks als Wendepunkt in seiner Karriere, für viele Fans ist es sein bestes Album. Diese One-Step-LP erscheint in einer Auflage von 9.000 Exemplaren.

Die One-Step-LP-Boxen von MFSL sind das Maß der Dinge im Bereich der audiophilen Re-Issues und qualitativ noch oberhalb der sonstigen Produktionen des wohl bekanntesten Remastering-Studios der Welt anzusiedeln. Besonders an den LPs ist nicht nur ein neues Vinyl-Granulat ohne Kohlenstoff-Farbmittel, welches bei RTI in Camarillo eingesetzt wird, sondern vor allem der One-Step-Prozess der LP-Fertigung. Näher an den Klang des Masterbandes kommt man nur noch im Studio von MFSL in Kalifornien.

Darunter ist Folgendes zu verstehen: Bei normalen LP-Produktionen wird der Lackschnitt in einen ersten „Vater-Stempel mit invertierter Rillenstruktur“ verwandelt. Von diesem wird dann ein „Mutter-Stempel“ mit korrekter Rillenstruktur erstellt. Von diesem wird dann der eigentlichen Press-Stempel mit invertierter Rillenstruktur erstellt und für die Pressung der eigentlichen LP mit korrekter Rillenstruktur verbraucht. Dieser Ansatz erlaubt es, mit nur einem Lackschnitt fast beliebig viele LPs zu pressen.

Im One-Step-Prozess geschieht dies alles wesentlich einfacher. Der eigentliche Lackschnitt selbst wird direkt zum Press-Stempel konvertiert, mit dem die LP gefertigt wird. Es fallen also zwei Schritte der mechanischen Konvertierung weg. Unglücklicherweise kann man mit jedem Lackschnitt aber nur eine begrenzte Anzahl von LPs herstellen. Sollen also mehr als wenige hundert LPs hergestellt werden, so braucht es dem entsprechend mehre Lackschnitte. MFSL hat die Devise ausgegeben, dass alle 500 Exemplare ein neuer Satz Press-Stempel eingesetzt werden soll. Das heißt bei einer Auflage von 7.000 Exemplaren werden vierzehn Sets der jeweils vier Lackschnitte verwendet. Da in der Fertigung aber auch mal Dinge schief laufen, werden für die Doppel-LP 64 Lackschnitte im Half-Speed-Mastering-Verfahren vom Masterband erstellt. Von Hand, eine nach der anderen. Täglich werden die erstellten Lackschnitte per Express zu RTI zur Umarbeitung geflogen und dann muss für jede Seite eine Testpressung erstellt werden und im Studio von MFSL auch angehört werden. Ein zeitaufwändiger und auch teurer Prozess, der zu einem teuren Produkt und hoher Sammlernachfrage führt. Die Lieferung erfolgt in einer aufwändigen Box. Die Seriennummer wird von Hand auf der Rückseite eingetragen. MFSL erklärt, dass es keine weiteren Nachpressungen geben wird. Die Preise für die vorherigen Veröffentlichungen dieser Serie auf eBay treiben dem Musikfreund die Schamesröte ins Gesicht.

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